Barley Wine

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Barley Wine ist eine Biersorte für sehr starke und exklusive Biere, die sich durch einen komplexen Geschmack, ähnlich wie Wein, auszeichnen.

Barley Wine - Gerstenwein

Der Bierstil Barley Wine gehört neben den Imperial Stouts und den belgischen Quadrupeln zu den stärksten Bieren der Welt, lässt man Sonderverfahren wie jene zur Herstellung von Eisbock außen vor. Mit den belgischen Brüdern teilen sie sich ihre wärmende Intensität, ihre Komplexität und ihre enorme Haltbarkeit. Barley Wines sind Genießerschlücke, gemütliches Bier für kalte Winterabende vor dem Kamin. Es eignet sich ausgezeichnet zum Kochen, zu vielen Speisen, und ist selbst zur Pfeife oder kräftigen Zigarren ein angenehmer Begleiter.

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Ist Barley Wine wirklich Wein?

Um es gleich vorweg zu nehmen: Barley Wine ist Bier, kein Wein, auch wenn es von der Komplexität her auf Augenhöhe mit den schweren Roten agiert. Wein wird aus Most, also dem Saft ausgepresster Früchte, gemacht. Gerstenkörner auspressen wird hingegen kaum zum gewünschten Ergebnis führen. Barley Wine wird ganz normal wie die alle Biere aus der Würze, also schrittweise in Wasser erhitztem Getreidemalz, hergestellt. Es ist eher die Aromatik und die Vielschichtigkeit, die diese Biersorte in den Bereich des Weins rückt. Der Name hingegen rührt von seiner Geschichte her.

Geschichte der Biersorte Barley Wine

Auch die alten Griechen kannten nicht nur Wein, sondern auch Bier, und verzehrten zum Beispiel bei Festen zu Ehren der Göttin Demeter durchaus anständige Mengen des Gerstensaftes. Xenophon von Athen (430-354 vor Christus) erwähnte in seinem Werk Anabasis ein aus Getreide vergorenes Getränk, welches krithinos oinos genannt wurde, also wortwörtlich Gerstenwein. Das damalige Getränk dürfte allerdings recht wenig mit dem heutigen Bierstil zu tun haben. Dieser findet seinen Ursprung in Großbritannien.

Wenig Wein für Großbritannien

In seinen kolonialen Bestrebungen war das Vereinte Königreich nicht zimperlich auf dem Weg zum weltweiten Handelsimperium. Gerade mit den überwiegend katholischen Nationen Spaniens und Frankreichs gab es zahllose Konflikte. Obwohl Großbritannien letztlich siegreich aus diesen Konflikten hervorging, ergab sich doch ein großer Nachteil aus diesen Feindseligkeiten: Engländer lieben Wein. Nur leider wachsen die guten Trauben unter der Sonne Englands, eher schlecht als recht. Importe müssen her. Ist man im Zwist mit den Ländern, aus denen importiert werden soll, kühlt sich das Handelsklima sehr schnell ab. Unterm Strich hieß das: Kein Wein für die Briten, oder zumindest nicht genug für den britischen Durst.

Die Geburt des Barley Wines

Gerste hingegen gedeiht deutlich besser im britischen Klima. Erfahrene Winzer waren Mangelware, erfahrene Brauer aber gab es zuhauf. Was lag also näher, als Biere zu brauen, die ähnlich komplex und spannend schmecken wie der Wein, auf den man notgedrungen verzichten muss? Diese Biere blieben zwar stets etwas Besonderes, erlangten also nie die Popularität von Porter, Stout, India Pale Ale und Konsorten, aber sie füllten eine Lücke in der britischen Trinkkultur, und erwarben sich durch ihre Tugenden mit der Zeit eine eigene Anhängerschaft, unabhängig von und parallel zu Wein, Portwein und Sherry.

Barley Wine und Flaschenreifung

Bottle conditioned - diese magischen Worte liest man auf vielen Barley Wines. Sie weisen auf Flaschenreifung hin, also auf eine Zugabe von Hefe und einer Zuckerquelle (damit die Hefe etwas zum Vergären hat) zur Flasche. Diese Methode, unter anderem bei belgischen Bierspezialitäten weit verbreitet, sorgt für eine Nachreifung der Biere in der Flasche. Das Resultat ist ein sich weiterentwickelndes Bier von hoher Haltbarkeit. Da Barley Wine mit seinem Alkoholgehalt zwischen 6 und 12 Volumenprozent und seinem eher milden Hopfencharakter sich ohnehin schon ausgezeichnet zur Lagerung eignet, erhöht man so noch zusätzlich den Ansporn für Sammler, unterschiedliche Jahrgänge aufzutreiben. Diese werden im englischen Sprachraum für gewöhnlich mit “Vintage” plus Jahreszahl gekennzeichnet.

Barley Wine aus England und den USA

Der klassisch englische Barley Wine weist für gewöhnlich eine runde, schwere Malzsüße auf. Noten von Honig, Keksen, Karamell, Kandiszucker sowie typischerweise Trockenfrüchten beherrschen das geschmackliche Bild. Die Farbe reicht von Bernstein bis Dunkelbraun, jedoch niemals komplett Schwarz. Hopfen wird dem Bier in überraschend großer Menge hinzugefügt, ob der wärmenden Intensität der Malznoten merkt man dies jedoch kaum.
In den USA geht man mit der Hopfung sowohl im aromatischen als auch im bitteren Bereich deutlich mutiger zu Werke. Dafür sind wahrhaft gigantische Mengen an Hopfen notwendig, und sie sorgen für hochkarätige Biere, welche die Geschmacksknospen zum Glühen bringen.

Was macht die Biersorte Barley Wine so besonders?

Der Barley Wine stellt das helle Gegenstück zum Imperial Stout. Wo Letzteres die dunklen Röstnoten des Malzes unerreicht intensiv ins Glas bringt, gebührt dem Barley Wine die Krone der helleren Malzaromen. Seine Stärke macht ihn zu einem langsamen Bier, das man in aller Ruhe aus einem Cognac-Schwenker genießen kann, um die Komplexität des Stils  gebührend zu würdigen.

Food Pairing mit Barley Wine

Wie schon erwähnt eignet sich Barley Wine nicht nur zu vielen Speisen ausgezeichnet, sondern ist auch abseits des Tisches ein guter Begleiter. Zigarren und Pfeifen nimmt er durch sein dichtes, weiches Mundgefühl die Kratzigkeit, geht aber dank der intensiv fruchtigen Noten und wärmenden Schwere aromatisch nicht unter. Gerade Vanille und Pflaume, die sich als Noten in vielen Tabaks finden, werden vom Barley Wine schön ergänzt. Im Bereich der Herrengedecke eignen sich Rums sowie Cognac und andere gereifte Wein- und Obstbrände aus demselben Grund als Begleiter zum Barley Wine.

Essensempfehlungen zu Barley Win

Essenstechnisch sind gereifte Blauschimmelkäse zu Barley Wines eine Wucht. Hier ist die Gelegenheit, den reifen Gorgonzola, Limburger oder Stilton gekonnt zu servieren. Dazu eignen sich Hasel- und Walnüsse. Ansonsten gehört der Barley Wine klar in den Dessertbereich. Alles, was Nüsse, Karamell, Trockenobst oder Schokolade (oder eine beliebige Kombination daraus) aufweist, wird einen Barley Wine als Begleiter begeistert in die Arme schließen.

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