American Ale

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American Ale entdecken

American Ale ist eine der vielseitigsten Kategorien im Bierbereich. Das geht hauptsächlich auf die vielen Einflüsse der Einwanderer zurück. Dieser kulturelle Schmelztiegel ist bereichern für die Bierkultur. In den USA trafen britische, niederländische, flämische und deutsche Biere zusammen, bereichert durch Akzente aus weiteren Ländern, und formten einen Flickenteppich aus Bier-Sorten und Bier-Traditionen. Die junge Biernation hat eine Brücke geschlagen von der traditionellen Bierherstellung für den schnellen Bierdurst bis zum differenzierten Craft Bier für Feinschmecker.

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Die Auswahl an Bieren aus diesem Bereich macht durstig. Daher möchten wir Dich ermutigen, die zahlreichen, leckeren Biere, die Du in dieser Kategorie findest, zu durchstöbern, zu bestellen und zu probieren. Kaufe Pale Ale Sorten oder India Pale Ale aus den USA.

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Der Anfang des American Ale

Die Anfänge des American Ale liegen in Europa. Den Ureinwohnern Amerikas waren alkoholische Getränke in dieser Form unbekannt, auch wenn die wilde Vergärung von Milch oder Pflanzenteilen vereinzelt belegt ist. Doch die Vielfalt des Angebotes bei Wein, Bier oder Destillate war unbekannt. Deswegen ist die gesamte Bierkultur Nordamerikas importiert und das zum Großteil aus Europa. Die ersten alkoholischen Getränke dürften wahrscheinlich die Wikinger mit nach Nordamerika gebracht haben, denn auch damals schon waren Bier und Met (aus vergorenem Honig hergestellt) üblich bei einer langen Überfahrt. Columbus brachte sicherlich das Wissen um Traubenwein mit, und entsprechend verbreitet ist der Weinanbau auch in Südamerika. Doch das nordamerikanische Klima eignet sich nur vereinzelt für den Weinanbau, z.B. in Kalifornien. Gerste und Hopfen gedeihen dagegen vielerorts fantastisch. Bier ist also das Getränk der Wahl für den nordamerikanischen Kontinent.

American Ale - obergärig oder untergärig

Bevor wir uns weiter mit der Historie des American Ale befassen können, ist ein kleiner Ausflug in den Brauvorgang, genauer der Gärung, notwendig. Obergärige Bier gehören zu den natürlichen ursprünglichen Brauvorgängen, wobei die Hefe auf dem Bier schwimmt und damit oben auf dem Bier die Gärung in Gang bringt. International hat sich für obergärige Biere der Begriff "Ale" eingebürgert, für untergärige der Begriff "Lager". Wenn wir von American Ale reden, sprechen wir also über in Nordamerika gebraute, obergärige Biere.

Ale-Alarm auf der Mayflower

Die Mayflower, jenes legendäre Siedlerschiff, das an der Ostküste Nordamerikas landete, wollte eigentlich weiter in den Süden segeln. Das Klima war deutlich kühler, als die Siedler es auf diesem Breitengrad erwartet hatten, und eigentlich wollte man in Virginia siedeln. Doch die Winterwinde waren zu stürmisch, das Ale war alle, und damit die Getränkeversorgung der Passagiere bedroht. Also landete man am heutigen Cape Cod. Entlang der gesamten Ostküste wurde bald gebraut, insbesondere in den Kolonien von Niederländern und Engländern (New York hieß einst Neu Amsterdam). Es gab ausreichend Platz und viel Antrieb, um neue Geschäftsideen aufzubauen. In den dichter besiedelten Zentren entwickelte sich schnell eine bunte Bierlandschaft aus den zahllosen Kulturen der Einwanderer zusammen mit einer spektakulären kulinarischen Vielfalt.

American Ale in der Geschichte

Der als Tea Party bekannte Protest gegen die Zölle führten am 16. Dezember 1773 in Boston dazu, dass Tee aus den Schiffsladungen ins Hafenbecken geworfen wurde. Es waren aber nicht nur die Zölle auf Tee, die Unmut erregten. Auch beim Ale griff die britische Krone zu. Doch während man auf ein paar Tonnen Tee verzichten konnte, kam keiner auf die Idee, Bier ins Hafenbecken zu schütten. Die Prioritäten waren klar. 

George Washington, Feldherr der Armee und erster Präsident der neu gegründeten USA nach 1776, war selbst Heimbrauer, und sein Zeitgenosse und Universalgenie Benjamin Franklin wird mit den Worten zitiert: "Bier ist der Beweis, dass Gott uns liebt und möchte, dass wir glücklich sind."

Dieser Zeitraum ist es auch, in dem Louis Pasteur seine großen Entdeckungen im Bereich der Hefezüchtung machte. Der deutsche Biologe Max Reess benannte ihm zu Ehren die untergärige Hefe Saccharomyces pastorianus. In der Folge, und mit den deutschen Einwanderungswellen im 19. Jahrhundert, kam die untergärige Brauweise nach Amerika, um ihren Siegeszug anzutreten.

Der Niedergang des American Ale

Doch obwohl bald viele Einwanderer sehr erfolgreiche Lagerbrauereien betrieben, etwa Anheuser Busch, Schlitz oder Pabst, war es nicht der Erfolg der untergärigen Biere, der den Rückgang des American Ale verursachte. Zwei Weltkriege und die damit verbundene Rohstoffknappheit, Missernten, Prohibition und Wirtschaftskrise sorgten für ein Klima indem nur die größten Brauereien überstehen konnten. Diese nutzen die Krisenzeit gleichzeitig um den Markt für sich zu gewinnen. In den 60ern konnte man die verbleibenden Großbrauereien an einer Hand abzählen, und diese brauten mehrheitlich den jeweils erfolgreichsten Bierstil, meist ein Lager mehr oder weniger nah am Pilsener Braustil. Das American Ale war fast völlig verschwunden.

Die Rückkehr des American Ale

1965 kaufte Frederick Maytag die Anchor Brewing Company in San Francisco. Die ebenfalls von einem deutschen Auswanderer, Gottlieb Brekle, im Jahr 1896 gegründete Brauerei stand kurz vor dem Aus. Maytag revitalisierte das Unternehmen und auch den Bierstil California Common. Dieser ist quasi ein umgekehrtes Kölsch, denn während Kölsch mit obergärigen Hefen, aber bei untergärigen Temperaturen vergoren wird, ist California Common ein Lagerbier, das bei warmen Temperaturen gärt. Anchor nannte das Steam Beer, und hat bis heute die Markenrechte darauf. Steam Beer ist nicht zu verwechseln mit deutschem Dampfbier, welches wiederum ein anderer Bierstil ist. Doch Maytag beschränkte sich nicht nur auf California Common. Im Jahr 1975 wurde erstmals das Liberty Ale gebraut. Die Bedeutung dieses Biers kann man gar nicht genug betonen, denn es stellte die Weichen nicht nur für die Wiederbelebung des American Ale, sondern läutete gleichsam die Craft Beer-Bewegung ein. Es war richtungsweisend für den Braustil, den zahllose Größen der US-Bierkultur in der Folge imitierten und erweiterten, und ist damit der geistige Urvater der modernen Pale Ales und India Pale Ales. Diese neu wiederbelebte Biersorte verwendete den lokalen Aromahopfen Cascade, der sowohl im Duft wie auch in der Bitterkeit an Grapefruit erinnert. Fünf Jahre später folgte Ken Grossman, Gründer der Sierra Nevada Brewing Company, mit dem Sierra Nevada Pale Ale. Bis heute gilt dieses Bier als eines der besten, um die Qualitäten des Cascade-Hopfens zu probieren.

Heimbrauer werden American Ale Profis

Präsident Jimmy Carter legalisierte in seiner Amtszeit von 1977 - 81 das Heimbrauen. Zahllose Bierfreunde, wie Ken Grossman, brauten plötzlich an den unterschiedlichsten Orten, wie beispielsweise Garagen, drauflos und waren oftmals inspiriert von neuen Bieren mit vielfältigem Geschmack. Wo Begeisterung, Begabung und ein Händchen für Marketing, Gastronomie und Vertrieb zusammenkamen, entstanden Kleinbrauereien, sogenannte Microbreweries. Diese produzierten überwiegend Ales, also obergäriges Bier. Das hatte mehrer Gründe. Einerseits wollte man sich von den großen Brauereien und deren Lagerbier abgrenzen, andererseits sparte man mit der obergärigen Brauweise eine Menge Zeit bei der Gärung und zusätzlich Energie für die Kühlung. Jene Kleinbrauer waren oftmals darauf angewiesen, von Sud zu Sud zu wirtschaften, also quasi mit den Verkäufen eines Brauvorgangs den nächsten zu finanzieren. Ein Gärtank, der zwei oder drei Wochen schneller wieder befüllt werden konnte, war dabei eine verlockende Aussicht. Die Brauereien wuchsen, eröffneten Gastronomien wie Brewpubs, und zogen mehr und mehr Fans an, die mit großer Freude die Botschaft der Biervielfalt verbreiteten. Heutzutage eröffnen in den USA zwei Brauereien täglich und die Gesamtzahl ist auf über 7000 Brauereien angewachsen. Damit sind die USA mit Abstand das Land mit den meisten Brauereien. Platz 2 geht an Deutschland, mit ca. 1500 Brauereien, knapp gefolgt vom Vereinten Königreich.

Bierstile des American Ale

Eigentlich ist American Ale kein Bierstil als solcher, sondern eine Kategorie mit zahllosen, verschiedenen Biertypen darin. Für gewöhnlich sind diese englische Bezeichnungen mit dem Zusatz "American", um die Brauweise vom klassischen Stil der Engländer abzugrenzen. American Pale Ale, American Amber oder American Wheat Ale sind Beispiele dafür, aber auch Bezeichnungen, wie West Coast IPA oder New England IPA weisen auf die Herkunft des Bierstils hin. Auch einige dunkle Biere zählen zu den Ales, wie beispielsweise Brown Ale, Stout oder Porter. Die Vielfalt der amerikanischen Ale-Braukunst scheint dabei stetig zu wachsen. Vom leichten, aber stark gehopften Session IPA bis zum mächtigen American Style Barleywine haben amerikanische Brauer in den letzten Jahrzehnten historische Bierstile wiederbelebt. So wird in den USA beispielsweise deutlich mehr Berliner Weisse gebraut, als in Berlin selbst. Eines ist sicher: American Ale ist mehr als nur ein nordamerikanisches Phänomen: Es inspiriert Brauer weltweit zu intensiven und geschmackvollen Bieren.

Probierempfehlungen

Anchor Liberty Ale

Es muss einfach dabei sein. Der Klassiker aus San Francisco hat heutige Braugrößen wie Greg Koch von Stone Brewing inspiriert und die Vorarbeit für den amerikanischen Ale-Stil geleistet. Nach heutiger Auffassung geht es mit dem Hopfen im amerikanischen Vergleich eher vorsichtig um, aber gerade das verleiht dem Bier eine sensationelle Balance, die es auch nach mehr als 40 Jahren nichts von seinem Charme haben einbüßen lassen. Ein Muss für jeden, der die amerikanische Bierreise würdig beginnen will.

Sierra Nevada Pale Ale

Das meistverkaufte Pale Ale in den USA hat es sogar schon ins Fernsehen geschafft, z.B. in die Sitcom Big Bang Theory. Es ist das Vorzeigebier für den nordamerikanischen Aromahopfen Cascade und sein delikates Grapefruitaroma. Ebenfalls ein Muss im Bereich American Ale.

Samuel Adams Boston Ale

Auch die Ostküste kann brauen, und die Boston Beer Company ist nicht umsonst die größte US-amerikanische Brauerei in Privatbesitz. Das Boston Ale fällt etwas malziger aus als die Beispiele von der Westküste, erinnert an ein Düsseldorfer Altbier. Sehr rund und ausgewogen, mit leichtem Karamellcharakter und feinwürziger Hopfennote.

Berliner Berg California Wheat

Auch deutsche Brauer lassen sich von der amerikanischen Braukunst inspirieren. Die Neuköllner von Berliner Berg haben dieses Wheat Ale im Sortiment, welches das weiche Mundgefühl eines Hefeweizens mit der fruchtigen Intensität amerikanischer Aromahopfen verbindet. 

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