Porter

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Porter ein englische Biersorte

In England geboren ist diese Biersorte ausdrucksstark im Geschmack voller Röstaromen und dunkel in der Farbe.

Porter als Bier online kaufen

Porter als Bier online kaufen kannst Du bei uns, denn wir haben uns auf internationale Biere spezialisiert. Wer englisches Bier kennenlernen möchte, sollte am besten auch ein Porter bestellen, um die Geschmacksvielfalt der Biere aus England kennenzulernen. Kaufe am besten zuerst ein englisches Porter, bevor Du diese Biersorte aus anderen Ländern probierst, damit Du immer einen Referenzgeschmack hast. Es ist einfach Porter als Bier zu kaufen: Wähle dazu am besten mehrere der Porter Biere aus, um dann einen Vergleich der Machart der Biere zu bekommen. 

Porter das geheimnisvolle Bier

Der Bierstil Porter ist in Deutschland nahezu unbekannt. Sein hierzulande wohl bekanntester Vertreter, das Lausitzer Porter der Bergquell Brauerei im sächsischen Löbau (etwa auf halber Strecke zwischen Bautzen und Görlitz), ist aufgrund der reichlichen Zugabe von Zucker eher auf einer Ebene mit seinem untergärigen Bruder, dem “Schwarzer Abt” aus der Klosterbrauerei Neuzelle, zu sehen, denn als klassischer Vertreter des Porter-Stils.
Auch die oft gehörte Annahme, für Stout würde im Gegensatz zu Porter beim Brauen Röstgerste (also unvermälzte, geröstete Gerste) verwendet, stimmt leider nicht - Allein schon weil Stout auch zu Zeiten hergestellt wurde, als Röstgerste in Großbritannien (damals inklusive Irland) keine legale Brauzutat war.

Ursprung der Biersorte Porter

Rule, Britannia rule the ales! Der Bierstil Porter stammt ursprünglich aus England, insbesondere London als Zentrum des britischen Imperiums war wegweisend für seine Entwicklung, und auch heute noch erfreuen sich dort wiederbelebte Klassiker wie das Fuller’s London Porter großer Beliebtheit. Die Herkunft des Porter-Biers führt uns also zurück in eine der spannendsten Perioden britischer Geschichte, in die Zeit eines Weltreichs zu Beginn der Industrialisierung. Gesellschaftliche Umbrüche, wissenschaftliche Erkenntnisse und industrielle Herstellungsmethoden, als einzigartige Mixtur der ersten Weltmetropole in all ihrem königlichen Glanz, all der Mühsal der Arbeit findet sich das neu Bier Porter mittendrin in Gin, als Geniestreich und Ausdruck eines wachsenden Great Britain.

Porter: Londoner Lastenträger

Der Legende zufolge wurde der Porter-Vorgänger aus drei verschiedenen Bieren gemischt: Ale, Common Beer und Twopenny Ale zu gleichen Teilen. Ob das nun eher ein raffiniert ausgetüfteltes Cuvée oder der zufällige Inhalt eines Resteeimers war, bleibt der Fantasie überlassen. 1722 vermählte der Brauer Harwood die Charakteristik dieser Mischung zu einem einzigen Brauvorgang, damit das Zusammengiessen der Vergangenheit angehört. Abnehmer waren vor allem die Lastenträger rund um den explosionsartig wachsenden Flußhafen Londons. Dunkles Bier stand damals in dem Ruf, nahrhafter zu sein, und wurde daher Schwerstarbeitenden (und auch Schwangeren) zur Stärkung gereicht. Diese Lastenträger hießen: Porter.

Porter und verwandte Biersorten

Das damalige Porter war dem, was wir heute als Bayrisch Dunkel kennen, ziemlich ähnlich. Der Alkoholgehalt pendelte rund um die fünf Volumenprozent, zur Herstellung wurde überwiegend “brown malt”, also braunes Malz, verwendet. Dieses dürfte dem heute noch verfügbaren Münchener Malz recht ähnlich sein, vielleicht eine Spur dunkler. Vor der industriellen Revolution, als Malz klassisch auf der Tenne geröstet wurde, stellte das “braune Malz” den Normalzustand dar, da sich gleichmäßig helle oder dunkle Röstungen ohne regulierbare Hitzezufuhr schieriger gestalteten. Das ist wie der Versuch eine Toastbrotscheibe überm Lagerfeuer gleichmäßig geröstet zu bekommen? Ein Toaster macht vieles leichter, so auch beim Malz.

Bierhefen machen den Unterschied der Biersorte

Der große Unterschied zwischen Bayrisch Dunkel und den frühen Portern war natürlich die Gärung, denn Porter war zunächst ein obergäriger Bierstil, das Dunkle hingegen ein untergäriger. Dies bezieht sich auf die zur Gärung verwendeten Hefestämme. Kurz gesprochen: Obergärige Hefen arbeiten bei wärmeren Temperaturen und schneller, untergärige Hefen mögen es kühler und brauchen länger. Ein Porter war also nach heutiger Auffassung ein braunes bis dunkelbraunes, obergäriges Vollbier.

Stout versus Porter

Damit kommen wir zur Gretchenfrage der Dunkelbierwelt: Stout oder Porter, oder: Wo liegt eigentlich der Unterschied? Das verhält sich aus damaliger Perspektive ähnlich wie mit Pilsenern und Lagern: Jedes Stout ist ein Porter, aber nicht jedes Porter ist ein Stout. Besonders starke (und oft dunkle) Porter wurden als “Stout Porter” bezeichnet, wobei “stout” in etwa “kräftig” oder “robust” bedeutet. Es war also ein Adjektiv, das besonders kräftige Porter beschrieb, kein Eigenname. Auch der Begriff “Brown Stout” wurde oft synonym mit Porter verwendet, wie der renommierte Bierhistoriker Ron Pattinson aus Medien und Gerichtsurteilen des frühen 19. Jahrhunderts erliest.

Brauverfahren für Porter und Stout

Noch deutlicher wird es, wenn Pattinson in das Brauverfahren geht. Im Zuge der vielen Kriege, die das Britische Imperium führte, erhöhte sich die Steuer auf Alkohol, aber auch auf Malz, eigentlich ständig. Findige Brauer, unterstützt von neuen Verfahren und Instrumenten wie dem Hydrometer, lernten schnell, dass die durch die neuen Röstverfahren hergestellten hellen Malze eine höhere Ausbeute lieferten, trotz des höheren Preises letztlich also billiger waren. Zudem war es damals oft üblich, ob der hohen Kosten auch das letzte Quäntchen verwertbaren Zuckers aus dem Getreide zu pressen. Dafür wurde gern auch vier- oder fünfmal dasselbe Getreide ausgekocht. Heutzutage ob moderner Brausysteme und hoher Ausbeute unvorstellbar, wurden damals oft aus den resultierenden Suden die verschiedenen Dunkelbierstile einer Brauerei verschnitten. Es folgt also, dass Porter und Stout keine unterschiedlichen Rezepte gehabt haben können, da sie buchstäblich aus denselben Brauvorgängen stammten, in unterschiedlichem Verhältis gemischt.

Die Mischung des Braumalzes entscheidet den Biergeschmack

So etablierte sich das heute übliche Verfahren, auch beim Brauen dunkler Biere zum Großteil helles Malz (Pilsener Malz oder Pale Ale Malt) zu verwenden, und Farbe und Röstaromatik über einen kleinen Anteil sehr dunklen Getreides herzustellen. Hier findet sich nun der Unterschied zwischen Gerstenmalz (durch Bewässerung zum Keimen gebrachte und dann geröstete Gerste) und Röstgerste (ohne Bewässerung und Keimung geröstet). Bei all dem bleibt ein Grundsatz bestehen: gemälztes Getreide ist zur Bierherstellung zwingend notwendig. Allerdings ist die Gerste so enzymreich, dass nicht alles Getreide beim Brauen gemälzt sein muss. Insbesondere bei den teuren, dunklen Spezialmalzen spart man also gern und verwendet stattdessen Röstgerste. Diese sorgt für mehr Röstbitteraromen und weniger Karamellgeschmack im Bier, was einen schlanken, trockenen Körper des Bieres zur Folge hat. Daher wird auch der Begriff “Dry Stout” verwendet. Die Verwendung der jeweiligen Malzmischungen obliegt dem Brauer und allenfalls lassen sich hier regionale Vorlieben feststellen. Stilprägend hingegen ist die Verwendung von Röstgerste nicht. Guinness verwendet Röstgerste ungefähr seit 1930. 

Bier-Stil-Verwirrung zwischen Porter und Stout

Wie kommt es also, dass heutzutage eine solche Verwirrung herrscht zwischen Stout und Porter? Einerseits liegt dies an den Weltkriegen, welche dem englischen Porter den Todesstoß versetzten. Die Besteuerung wurde astronomisch, und noch heute bezahlt ein englischer Brauer in etwa die vierfache Menge eines deutschen Kollegen. Da sich die Steuer am Alkoholgehalt (oder der Stammwürze) bemisst, wurden englische Biere zunehmend schwächer. Damit entfremdete sich das London Porter von den eigenen Wurzeln. Stark blieb hingegen das baltische Porter, dessen Tradition überwiegend in anderen Ländern, durchaus auch in Deutschland, weitergeführt wurde. 

Das Baltic Porter oder Imperial Stout

Für den Seehandel bestimmt, war das Baltic Porter analog zum Imperial Stout ziemlich alkoholstark. Auch wurde es, je nach Vorliebe im jeweiligen Land, auch gern einmal untergärig gebraut, als Schwarzbierbock. Hinzu kam, bereits vor dem ersten Weltkrieg, die süße, alkoholschwache Variante, an die das eingangs erwähnte Lausitzer angelehnt ist. Die Renaissance des Porters ist hingegen jüngeren Datums. 

Die Wiederentdeckung des Porter

Einmal mehr spielt die Bewegung hin zum Craft Beer eine wichtige Rolle, auch für das Verständnis von Porter in der heutigen Zeit. Denn tatsächlich ist es eher der baltische Stil, der mit seiner röstigen Wucht die Gemüter der Kreativbierwelt bewegt. Das Verhältnis hat sich also umgekehrt: Früher waren die Porter die schwächeren Trinkbiere, und die Stouts die mächtigen Brecher. Nun gelten die Stouts als die süffigen Schwarzen, während die Porter in Richtung Starkbier tendieren. Doch letzten Endes kann jedoch ein jeder Brauer, der ein schwarzes Bier braut, es glaubhaft als Stout oder Porter verkaufen. Historisch gibt es keinen Unterschied außer dem der Stärke. Aktuell ist ein Porter, was ihr draus macht. Hauptsache dunkel und mit Röstaromen.

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