Limited Edition

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Sondereditionen bei Bier

Sie haben viele Namen: Saisonale Spezialität, Sondersud, Jubiläumsbier, oder eben limitierte Ausgabe. Damit beschreiben die Brauereien jene Biere, die nicht konstant verfügbar sind. Manche davon kehren in regelmäßigen Abständen zurück, andere sind tatsächlich nur ein einziges Mal verfügbar. Allgemein ist die Verfügbarkeit begrenzt, weshalb Genießer und Sammler lange auf bestimmte Auflagen und Jahrgänge warten und gezielt danach suchen. Für gewöhnlich verbindet man diese Praxis eher mit Wein und Whisky, doch im Bereich der Bierspezialitäten ist dies ebenso üblich - wenn man weiß, wonach man suchen muss. Daher haben wir hier einen Wegweiser durch die begrenzt verfügbaren Biere erstellt.

Bier in der Limited Edition kaufen

Die Bierlinie ist stolz darauf, gute Beziehungen zu vielen Brauereien weltweit zu pflegen. Daher können wir eine große Auswahl an Sondersuden und limitierten Bieren anbieten. Insbesondere im Bereich der belgischen Bierspezialitäten haben wir Cuvées, saisonale Besonderheiten und flaschengereifte Sonderausgaben im Angebot. Im Bereich Craft Beer sind wir stets auf der Suche nach vielfältigen Kollaborationen und einmaligen Experimenten, an die sich die kreativen Brauereien wagen.

Du bist Sammler und suchst bestimmte Jahrgänge? Stöbere in unserem Onlineshop, oder schick uns gerne auch eine Mail, solltest Du eine bestimmte Sonderedition nicht finden. Oder suchst Du ein spezielles Geschenk für einen Bierliebhaber? Auch hier bieten sich die limitierten Editionen an. Nicht nur ist das Bier selbst eine Rarität, auch Flasche und Verpackung spiegeln den außergewöhnlichen Charakter des Bieres wieder. Dekorative Großflaschen und geschmackvolle Geschenkboxen zeigen auf den ersten Blick, dass den Genießer hier ein besonderer Schluck Bier erwartet.

Limitiertes Bier durch kleine Brauanlage oder kurze Haltbarkeit

Dies ist die einfachste Variante, auf die ein Bier nur beschränkt verfügbar sein kann und damit zur Rarität wird. Dabei ist es streng genommen nicht die Brauanlage (genauer: das Sudhaus), welches die Produktion einschränkt, sondern die Gärbehälter. Denn im Sudhaus befindet sich das Bier nur ein paar Stunden, in den Gärtanks hingegen mehrere Wochen. Auch können die meisten Brauereien zweimal pro Tag brauen, ein sogenannter Doppelsud. Entsprechend kann an einem Tag ein Gärbehälter gefüllt werden, der zweimal so groß ist, wie das Sudhaus.
Die größte Beschränkung ist für gewöhnlich schlicht und ergreifend Platz. Je mehr Platz für Gärbehälter vorhanden ist, umso mehr kann die Brauerei ihr Sudhaus auslasten. 

Beispiel belgische Trappistenbrauerei

Dieses Problem kennen beispielsweise die belgischen Trappisten-Klosterbrauereien. Wer sein Bier unter dem Siegel “authentisches Trappistenprodukt” verkaufen will, muss auf dem Klostergelände brauen. Da sich hier sehr oft auch alle anderen (und teils denkmalgeschützten) Gebäude des Ordens befinden, kann die Brauerei nicht endlos ausgebaut werden. Dies limitiert die Verfügbarkeit der Biere drastisch, selbst wenn es sich eigentlich um die Standardprodukte der Abtei handelt.
Die Brauerei des Klosters St. Sixtus in Westvleteren braute einst bei St. Bernardus. Nachdem die Bestimmungen geändert wurden, waren die Mönche gezwungen, ihre Biere wieder im Kloster selbst zu brauen, wo sie im Platz beschränkt waren. Seitdem sind die Biere der Abtei nur noch mit großem Aufwand oder zu teils absurden Preisen zu bekommen. Glücklicherweise braute man bei St. Bernardus fröhlich mit den alten Rezepten und der Originalhefe weiter. Nicht an die Trappistenordnung gebunden, sind die Biere mit dem lächelnden Mönch darauf deutlich einfacher verfügbar, und im Vergleich extrem günstig.

Beispiel Düsseldorfer Altbier

In Düsseldorf ist Altbier eigentlich an jeder Ecke zu haben. Verlässt man die Stadt, wird es hingegen sehr schnell knapp. Das liegt nicht nur an begrenzter Produktionsmenge, sondern vor allem an den extrem kurzen Haltbarkeiten. Klassische Altbierbrauereien wie Uerige, Schumacher und Füchschen stehen dazu, dass ihr Bier frisch getrunken werden muss. Daher beträgt die Haltbarkeit oft nur ein bis zwei Monate. Für den lokalen Genuss reicht das allemal. Doch für den Getränkehändler, der das Bier abholen, aufbewahren und verteilen muss, lohnt sich dieses Risiko meist nur bei massenhafter Vorbestellung. Daher ist Altbier in Restdeutschland meist nur in Sonderaktionen oder sehr beschränkten Mengen zu haben.

Bierempfehlung:

Orval - Das Kloster Notre Dame d’Orval beherbergt eine der kleineren Trappistenbrauereien, mit einem Jahresausstoß von 45.000 Hektolitern. Zum Vergleich: Das Herzögliche Braustüberl Tegernsee braut etwa 130.000 Hektoliter pro Jahr.
Das Besondere an der Brasserie d’Orval ist, dass sich das Standardbier nicht in die üblichen Klosterbierstile pressen lässt (Enkel, Dubbel, Tripel, Quadrupel). Zudem ist es teilweise mit wilden Hefen vergoren, was dem Bier eine absolut einzigartige Note gibt. Findet man eine Liste mit den 10 Bieren, die man in seinem Leben getrunken haben muss, so ist Orval für gewöhnlich dabei, eben aufgrund seiner Einzigartigkeit. Da das Bier der Brauerei quasi aus der Hand gerissen wird, ist es stets nur in sehr beschränkten Mengen verfügbar.

Limitiertes Bier durch kleine Menge

Auf den ersten Blick liest sich dies wie eine Wiederholung des vorigen Punktes, doch es gibt einen wichtigen Unterschied: Wo es im vorherigen Absatz darum ging, dass eine Brauerei schlicht nicht in der Lage ist, mehr Bier zu produzieren, entscheidet sie sich in diesem Fall bewusst dafür. Das soll nicht heißen, dass eine künstliche Knappheit erzeugt wird. Für gewöhnlich haben die Brauereien einfach andere Biere in ihrem Standardsortiment, die in entsprechenden Mengen gebraut werden wollen, und somit bleibt nur hin und wieder Platz für die Sonderlinge. Auch sind im Falle von z.B. in Holzfässern ausgebauten Bieren die Herstellung und Lagerung so aufwendig, dass sich eine große Menge von selbst verbietet.

Bierempfehlung:

Rodenbach Alexander und Rodenbach Charactère Rouge - Die Brauerei Rodenbach stellt ohnehin schon sehr spezielle Biere her. Der Stil nennt sich Flämisch Braun, und während das normale Rodenbach noch halbwegs konstant produziert wird, ist schon das Rodenbach Grand Cru ein limitiertes Produkt, welches längere Zeit in großen Eichenfässern, sogenannten Foedern, gärt und reift. Dadurch erlangt es eine sehr feine Säure und Trockenheit, die an Rotwein und Balsamico erinnert. Dieses Bier wiederum dient als Basis für die Fruchtbiere der Brauerei. Das Alexander verwendet Sauerkirschen, das Charactère Rouge eine geheime Frucht-und Beerenmischung. Die feine Säure bleibt diesen Bieren erhalten, wird durch die Früchte sogar noch akzentuiert. Auch die jahrelange Reifung ist weiterhin ein wichtiger Teil der geschmacklichen Komposition dieser Schätze. Aufgrund der quasi unbegrenzten Haltbarkeit gehören diese Biere zu begehrten Sammlerobjekten.

Limitiertes saisonales Bier

Saisonale Bierspezialitäten (nicht zu verwechseln mit dem belgischen Saison-Stil, obwohl auch dies ursprünglich ein saisonales Bier war) werden aus Tradition zu bestimmten Anlässen im Jahr getrunken. Hier ist es weniger die Brauerei als die Bierkultur, die den Rhythmus vorgibt. Maibock, Oktoberfestbier und Weihnachtsbier tragen den Anlass und die Jahreszeit bereits im Namen, doch auch amerikanische Pumpkin Ales oder italienisches Traubenbier warten für gewöhnlich auf die Erntezeit ihrer Rohstoffe.
Die meisten dieser Biere könnten in einer modernen Bierwelt dauerhaft produziert werden. Tatsächlich sind Maiböcke einfach helle Bockbiere, und die gibt es von einigen Brauereien durchaus ganzjährig. Auch Oktoberfestbiere sind im Kern Märzen. Diese waren einst saisonal (wie der Name vermuten lässt), sind es aber seit der Industrialisierung nicht mehr und ebenfalls bei vielen Brauereien, besonders im süddeutschen Raum und in Österreich, im Standardsortiment.
Letztlich ist es wie mit Lebkuchen und Zimtsternen. Wir haben uns schlicht daran gewöhnt, dass diese Leckereien zu einer bestimmten Saison verfügbar sind, und verbinden ihren Geschmack mit den Freuden dieser Zeit. Im Sommer soll es leicht und unbeschwert sein, im Winter kräftiger und herzhafter. Diesen Schwankungen folgt auch der Biergenuss.

Bierempfehlung:

Alpirsbacher Klosterstoff - ein wenig Wiener Malz gibt dem Märzen aus dem Schwarzwald eine rotgoldene Farbe. Mit 5,9%-Vol. landet es am oberen Ende für den Bierstil Festbier/Märzen. Milde Hopfennoten von klassischen Sorten aus Tettnang, Spalt und der Hallertau runden die biskuitartigen Malznoten ab. Ob man den Klosterstoff jetzt als Märzen, Oktoberfestbier oder Weihnachtsfestbier trinken möchte, bleibt jedem selbst überlassen. Lecker ist es auf jeden Fall.

Gouden Carolus Christmas - Die Tradition der belgischen Weihnachtsbiere geht etwas weiter als die der deutschen Varianten. Denn wo mehr Würzigkeit in Deutschland auf intensivere Hopfung und kernigere Malzigkeit zurückgeht, dürfen in Belgien tatsächlich weihnachtliche Gewürze verwendet werden. Über die Jahrhunderte haben sich daraus sehr balancierte Rezepte entwickelt. Ein schönes Beispiel ist das Gouden Carolus Christmas. Es bewahrt sich den vollmundigen, geschmeidigen und wärmenden Charakter des Carolus Classic, und bindet die Gewürzaromen subtil ins Trinkerlebnis ein. Unser beliebtestes Weihnachtsbier, und tatsächlich nur zur Saison verfügbar.

Limitiertes Bier durch Collaboration Brew

Gemeinschaftssude oder Collaboration Brewing sind ein Phänomen der modernen Craft Beer-Welt. Zwar fanden sich auch zuvor schon Brauer zusammen, um gemeinsam einen Sud zu starten, doch erst die Craft Beer-Bewegung hat daraus ein grundlegendes Element der Bierkultur gemacht. Denn traditionell betrachten Brauereien ihre Rezepte und Methoden als Geschäftsgeheimnis. Wer einen anderen Brauer zu sich einlädt und mit diesem ein ausgezeichnetes Bier brauen möchte, braucht beidseitiges Vertrauen.
Collaboration Brews fördern weltweit den (bier-)kulturellen Austausch, eignen sich für gewagte Experimente und bringen Brauer, die sonst vielleicht Konkurrenten wären, an einen Tisch (oder Braukessel). Zudem kreieren sie die Neuigkeiten, nach denen sich Craft Beer-Fans so oft verzehren, und bieten Gastbrauern eine Möglichkeit sich in einer anderen Stadt, in einem anderen Land und damit auch auf einem neuen Markt zu präsentieren. Manche Kollaborationen finden so viele Anhänger, dass fortan zwar limitiert, aber regelmäßig gebraut werden.

Bierempfehlung:

Hof ten Dormaal & Weird Beard If Only The Hof Had A Beard - Die Brauerei Hof ten Dormaal gehört zu einem familiengeführten Landwirtschaftshof im Dörfchen Tildonk in Flämisch-Brabant. Weird Beard ist eine experimentelle Craft-Brauerei aus der Weltmetropole London. Hier treffen also Welten aufeinander. If Only The Hof Had A Beard, die Flasche geziert vom stilisierten Gesicht von David Hasselhof (mit Bart), ist ein Sour Session IPA. Es handelt sich also um ein leichtes Bier, in dem fruchtige Hopfenaromen und die milde Säure ein angenehm erfrischendes Erlebnis erschaffen.

Buxton & Omnipollo Yellow Belly - Die Schweden von Omnipollo kamen auf die Idee, zusammen mit der Buxton Brewery das englische Milk Stout (mit Milchzucker gebraut) neu, stärker und mit intensiven Aromen versehen aufzulegen. Heraus kamen Dessert-Biere, die Eiscrèmegeschmacksrichtungen simulieren. Das Yellow Belly provoziert dabei nicht nur durch seine Verpackung, die an Ku-Klux-Klan-Masken erinnert (“Yellow Belly” bedeutet soviel wie Feigling), sondern fordert auch durch seine Komposition heraus. Wer es bei dem Begriff Erdnussbutter-Keks-Imperial Stout mit der Angst zu tun bekommt, der sei beruhigt. Jeder, der dieses Bier probiert hat, wertet es aus eine außergewöhnliche Erfahrung und Erweiterung des Bierhorizontes. Die geschmackliche und aromatische Dichte und Komplexität des Yellow Belly sucht ihresgleichen.

Limitiertes Bier durch einmaligen Sud und Jubiläumsbier

Die letzte Form im Bereich Limited Edition sind einmalige Editionen, z.B. zu Jahresfeiern der Brauereien. Diese sind nicht zu verwechseln mit dem Werbebegriff “Jubiläums-”, wenn dieser einfach nur einem stets erhältlichen Bier vorangestellt wird, um dessen Wertigkeit zu erhöhen. Hier geht es um tatsächlich nur ein einziges Mal gebraute Biere, oft zu speziellen Anlässen. In gewissem Maße zählen auch in vorbelegten Fässern gereifte Biere in diesen Bereich, da nur wenige Brauereien die Menge an Holzfässern aufbringen können, um durch kunstvollen Verschnitt ein stets gleiches Produkt zu garantieren. Daher kommen diese Biere oft als einmalige Editionen oder mit Jahreszahlen versehen auf den Markt.

Bierempfehlung:

Oude Geuze Boon à l’Ancienne Vat 108 - Im Gegensatz zur normalen Geuze wurde das gereifte Bier hier aus einem einzigen Foeder (Vat, einem in diesem Fall hölzernen Gärbottich) entnommen, bevor es mit jungem Lambic verschnitten wurde. Dies kann man sich ähnlich wie bei Blended und Single Malt Whisky vorstellen: beides sind Verschnitte, doch bei einem sind die Menge, aus der verschnitten wird, geringer. Dies ist keine Qualitätsaussage, es erhöht lediglich den eigenständigeren Charakter des Getränks. Ob einem dieser Charakter zusagt, muss der Kenner selbst entscheiden. Im Falle der Geuze aus Vat 108 werden besonders die weinartigen Akzente und der wilde Hefecharakter betont. Noten von Leder, Holz, Fruchtkuchen, Zitrone und Grapefruit sorgen für einen komplexen und definitiv einzigartigen Trinkspaß für erfahrene Sauerbierfreunde.

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