Porter - dunkle Versuchung

Was ist Porter Bier?

London Porter, Lausitzer Porter, Baltic Porter – die Welt der dunklen Biere ist manchmal verwirrend und widersprüchlich. Was ist ein Porter? Was nicht? Wo ist der Unterschied zum Stout? Am besten, man probiert sich einfach durch und entscheidet selbst! Ein Porter war nach heutiger Auffassung ein braunes bis dunkelbraunes, obergäriges Vollbier. Wer mehr über Porter erfahren möchte kann das im Text der Biersorte Porter nachlesen.

Wie kam es zur Namensgebung Porter?

Der Bierstil des Porters geht zurück auf das 18. Jahrhundert und die Lastenträger des Londoner Hafens, ebenfalls “porter” genannt. Diese stärkten sich während der Arbeit oft mit einem braunen bis dunkelbraunen Bier, dem sie in der Folge ihren Namen gaben. Besonders starke und schwarze Varianten des Bierstils wurden dann als “stout Porter” (also “kräftiges, robustes Porter”) bezeichnet. Mit der Zeit fiel der zweite Teil unter den Tisch, und das vormalige Adjektiv wurde zur Stilbeschreibung. Jedes Stout ist also ein Porter, aber nicht jedes Porter ein Stout.

Zugegeben, seitdem haben Stout und Porter einige spannende Entwicklungen durchgemacht, die das damalige Verhältnis quasi umkehren. Im Zuge exorbitanter Besteuerung nach Alkoholgehalt verschwanden die (schwächeren) Porter fast völlig, während sich die Stouts sogar unterhalb dem vormaligen Alkoholgehalt der Porter einpendelten, die um die vier Volumenprozent liegen.

Wie seetüchtig ist die Biersorte Porter?

Die für den Seehandel gebrauten Baltic Porter hingegen bewiesen sich nicht nur auf See als alterungsresistent, sondern bewahrten sich ihre Charakteristik als kräftige Dunkelbiere in den vor der britischen Biersteuer sicheren Heimathäfen des Baltikums. Unter den baltischen Portern findet man also auch heute noch röstig-schwere Geschütze, insbesondere im Bereich moderner Craft-Biere.

Porter Bier Online kaufen

Wer Porter kaufen und probieren möchte, hat es also nicht leicht. Zum Glück gibt es einige traditionsbewusste Brauereien (sowohl aus dem Craft Beer-Bereich als auch aus dem traditionellen Sektor), die alte Rezepte wiederbeleben. Somit ist es heute möglich, sich sowohl an den damaligen Geschmack eines Porters heranzutasten, als auch die Craft-Kreationen zu genießen.

Hier ein paar Probierempfehlungen aus unserem Webshop:

Fuller’s London Porter

Nach einem Rezept von 1845 gebraut, ist das Porter der Brauerei an der Themse die verlässlichste Adresse für den originalen Geschmack. Mit 5,4%-Vol. hat es die Stärke von damals und bringt ein großartiges Malzprofil ins Glas: hartes Wasser aus der englischen Kapitale trifft auf Karamellnoten, Haselnusscrème trifft auf Espresso-Röstigkeit und einen Hauch Tabak. Erdig und vollmundig, verachlässigt es dennoch zu keiner Zeit die Trinkbarkeit. Bei diesem Bier versteht man, warum die Hafenarbeiter es sich in Massen zu Gemüte führten. 

Anchor Porter

Auch Amerika kann klassisch! Die Anchor-Brauerei aus San Francisco ist eine der wenigen, die in den USA schon fantastisches Bier brauten, als “Craft Beer” als Schlagwort noch nicht erfunden war. Das Porter unterstreicht dies beeindruckend: fast schwarz, jedoch mit rubinroten Reflexen am Glasrand, zaubert das Anchor eine beeindruckend dichte Malzigkeit an den Gaumen. Samtig weich und vollmundig, balanciert es die Röst- und Schokoladennoten gekonnt. Der Abgang ist das Tüpfelchen auf dem i, denn hier kontrastiert es die bisherige Trinkerlebnis mit einem Hauch Rauch und subtilen, kühlen Minznoten vom Hopfen. Spannend!

Guinness Special Export

Genau das richtige Bier, um althergebrachte Vorstellungen zu zerschlagen. Dieses Bier hat mit dem Klassiker der Brauerei nur den Namen gemein. Gebraut für den Exportmarkt in Belgien, schlägt das  Special Export der Iren aus Dublin mit satten 8%-Vol. zu Buche. Damit ist es je nach Definition entweder ein Imperial Stout oder ein baltisches Porter. Brotig, karamellsüß, wärmend, mit etwas Eichenrauch und einem überraschend trockenen Abgang bringt es Noten von Waldfrüchten, Rosinen und Toffee ins Glas. Wer Guinness von einer neuen Seite kennenlernen möchte, ist hier genau richtig. 

BRLO Porter

Das Porter gehörte zu den ersten Bieren, die das energiegeladene (damals-)Trio von BRLO braute, und es bleibt ein willkommener Kontrast zu den hopfenlastigen Bieren der Berliner Senkrechtstarter.
Als Baltic Porter fällt das mahagonifarbene Bier recht stark aus, mit 7%-Vol. ein wärmender Trunk für die kälter werdenden Tage. Bemerkenswert sind vor allem die Trockenfruchtnoten, die entweder an deutsche Doppelböcke oder englische Barley Wines erinnern. Dazu passt das leichte Süßholzaroma. Ansonsten gibt es natürlich stiltypisch malzbetonte Noten zwischen Milchschokolade und Kaffee.

 

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