Wohlweisslich Wit – Belgisches Witbier & Bière Blanche

Wohlweisslich Wit – Belgisches Witbier & Bière Blanche

Die sommerliche Alternative zum Hefeweizen

„Wit“ heißt nichts weiter als „weiß“, oder im französischsprachigen Teil Belgiens „Blanche“. Auch „Witte“ ist gebräuchlich, analog zur hierzulande üblichen Bezeichnung „Weiße“. Dieser spannende Bierstil ist dem deutschen Weißbier oder Hefeweizen ähnlich, auch wenn es ein paar kleine, aber feine Unterschiede gibt.

Anstossen mit Wit

Der feine Unterschied

Wie das bayerische Weißbier auch wird Witbier obergärig gebraut, jedoch im Gegensatz zur hiesigen Variante, die überwiegend Weizenmalz verwendet, mit einem hohen Anteil an unvermälztem Weizen, was zur helleren Farbgebung beiträgt. Belgische Weißbiere fallen allgemein leichter und schlanker aus. Ein oftmals geringerer Alkoholgehalt (zwischen vier und fünf Volumenprozent) trägt das Seinige dazu bei. Somit werden Witbiere in der sonst recht hochprozentigen Bierkultur Belgiens zum optimalen Sommergetränk.

Keine Scheu vor natürlichen Zutaten

Dies unterstützen die belgischen Braumeister in manchen Brauereien mit der Verwendung von Zitrusfruchtschalen und Koriander. Analog zum Hopfen werden diese Würzpflanzen bei der Kochung zugegeben, um eine natürliche Aromatisierung mit perfekter geschmacklicher Einbindung zu erreichen. Die sensationelle Frische vieler Witbiere trägt der Braumethode Rechnung.

Verkostung

Im Glas sind Witbiere naturtrüb und so hell, dass man sofort versteht, woher der Name kommt. Zu den von Hefeweizen bekannten Aromen von Banane gesellt sich hier eine deutliche Zitrusnote und eine unterliegende Kräuternote in einem leichten Bier mit weichem Mundgefühl, aufgelockert durch spritzige Karbonisierung.

Food Pairing

Witbiere eignen sich fantastisch als Begleiter zu leichten Fischgerichten und Meeresfrüchten, insbesondere Muscheln. Diese können sogar im Bier gedünstet werden. Auch Fruchtsalate ergänzen die Aromatik von Witbieren hervorragend. Etwas experimentierfreudiger wird es mit Eiergerichten. Die große Vielfalt der Zubereitung erfordert hier Ausprobieren. Abschließend sei gesagt, dass Witbier auch ganz gern zu belgischen Fritten getrunken wird.

Probierempfehlungen

Blanche de Namur – für jeden Stil gibt es sogenannte Benchmark-Biere, also solche, die den Stil quasi zur Perfektion verkörpern und daher als Vergleichsbasis für andere Biere des Stils dienen. Das Blanche de Namur ist so ein Benchmark-Bier. Der Brasserie du Bocq aus der Nähe Brüssels ist mit dem strohgelb leuchtenden Wit ein ausgewogenes Kunststück gelungen: Duft von Zitrusfrüchten mit würzigem Grundton, fein eingebundene Kohlensäure, mild-frische Säuerlichkeit und klare Koriandernoten im Abgang. Vielseitig und doch simpel.

St. Bernardus Wit – Pierre Celis belebte in den 1960ern in Hoegaarden den Witbierstil, welcher zu diesem Zeitpunkt als ausgestorben galt, neu. Nach einem Brauereibrand verkaufte er Hoegaarden an den Bier-Weltmarktführer AB-InBev. Dennoch gibt es auch heute noch ein Witbier nach Rezeptur von Pierre Celis – das Wit von St. Bernardus. In Zusammenarbeit mit dem Altmeister kreierte man ein fülliges, aromatisch dichtes Witbier mit deutlichen Bananennoten und etwas mehr Alkoholgehalt  als sonst in Belgien üblich. Wem andere Witbiere zu dünn sind, der findet hier sein Zuhause.

Kuehn Kunz Rosen Kuehnes Blondes – Auch in Deutschland findet der Witbierstil Anhänger, insbesondere unter jungen Brauern. Ein sehr gelungenes Beispiel ist das „Kuehne Blonde“ aus  der Feder von Hans Wägner, welches in der mittlerweile fertig gestellten Brauerei in Mainz gebraut wird. Neben Orangenschalen und Koriander wurde hier eine Prise Paradieskörner für eine einzigartige Würznote hinzugegeben. Hohe Trinkbarkeit und spannende Aromatik, wie man es sich wünscht.

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