Belgisches Tripel – Blonde Verführung

Belgisches Tripel – Blonde Verführung

Wie schon beim Dubbel ist auch in der Geschichte des Tripels die Trappisten-Klosterbrauerei Westmalle federführend. Im Jahre 1934 braute man dort erstmals das helle Starkbier in dieser Form. Damit wollte man der steigenden Popularität heller Biere Tribut zollen, ohne die eigene Tradition zu verleugnen.

Entsprechend sind Tripel weiterhin obergärig, wie alle belgischen Klosterbiere, und verwenden die klostereigenen Hefestämme. Diese sind fruchtig und alkoholtolerant, und so findet man Tripel im Bereich von 7 bis 11%-Vol.

Heutzutage gibt es Tripel in aller Herren Länder, von den USA bis nach Deutschland wird der blonde Dreifachbock gebraut. Beliebt macht sich das Bier vor allem durch seine hohe Trinkbarkeit. Wie auch in Deutschland ist es bei obergärigen Bieren (z.B. Weißbier/Hefeweizen) erlaubt, bei der Gärung eine kleine Menge Zucker zuzusetzen, um den Gärprozess zu unterstützen. Dieser Zucker verbleibt nicht im Bier, sondern wird von der Hefe aufgefressen und in Alkohol und Kohlensäure umgewandelt. Dadurch ist es möglich, auch sehr starke Biere ziemlich schlank zu halten – eine gefährlich hohe Süffigkeit resultiert daraus, die schon so manch unbedarften Trinker schneller als beliebt zur Strecke gebracht hat. Man sei also gewarnt: Tripel sollten langsam und genußvoll konumsiert werden, auch wenn sie einen fruchtig-frischen Eindruck machen.

Diese Fruchtigkeit, aus den Estern der Hefe resultierend, erinnert oft an Orange und Banane, manchmal Weintrauben und helle Beeren. Hinzu kommt eine Süße zwischen Honig und Karamell, sowie ein nur sehr sanft bitterer Abgang. Tripel werden, wie bei den Trappistenmönchen üblich, in der Flasche nachvergoren (die Methode kennt man vom Champagner), sind also für ein helles Bier sensationell lange lagerfähig.

Tripel und Speisen

Ja! Das reicht eigentlich. Tripel sind unglaublich vielseitig und verstehen sich ob ihrer aromatischen Tiefe, aber hohen Trinkbarkeit, mit einer wahren Legion an Leckereien. Ob zu Krustentieren, Thai-Küche, Spargel oder Schinken (sowohl Kochschinken als auch luftgetrocknete und gereifte Varianten), Aprikosen oder Pfirische in Desserts – Tripel können fast alles!

Probierempfehlungen

Gouden Carolus Tripel – Selten unter den ersten Tripeln, die empfohlen werden, ist das Gouden Carolus Tripel ein starker Vertreter seiner Art. Die Besonderheit dieses tiefgoldenen Schluckes ist seine aromatische Tiefe. Man gieße einen Schluck ins Glas, nicht zu kalt, und lasse ihn wirken. Besser als ein Raumerfrischer wehen die weichen, vollen Orangenblütenhonignoten durch das Zimmer.

St. Bernardus Tripel – Naturtrüb zeigt sich dieses Abteibier süß und mild fruchtig. Fullminantes Geschmacksaromen von Malz nach Apfel, Banane und Birnenkompott wetteifern mit den würzigen Noten von Koriander, Pfeffer und Nelke unterlegt von einer grasigen Hopfenbitterkeit und erfrischt mit Zitrus zeigt dieses obergärige Tripel im Abgang Spuren von Orangenschale: Ein Fest mit bitter-süßem Biergeschmack!

La Trappe Tripel – eher Bersteinfarben, betont das Tripel aus der niederländischen Trappistenbrauerei die Karamellnoten. Es ist wärmend und robuster als seine Kollegen, und gerade deswegen ein grandioses Herbstbier.

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