Bockbier als Bierstil?

Bockbier als Bierstil?

Bockbier beschreibt die Stärke eines Bieres, nicht unbedingt einen Stil. Daher können Böcke hell und dunkel sein, untergärig und obergärig, hopfenbetont oder malzig. Der klassische Einbecker Ur-Bock ist heute ein klarer, heller Bock mit moderatem Hopfenaroma. Obergärige Böcke umfassen z.B. die hellen und dunklen Weizenböcke oder die Sticke, einen Altbierbock aus der Düsseldorfer Gegend. Der Deutsche Brauerbund gibt für Bockbier eine Stärke von mindestens 16° Plato an, was in rund 6,5%-Volumen Alkohol resultiert (Schwankungen bis zu 0,5% Alkohol Volumen sind gestattet). Doppelböcke sind noch stärker, hier werden 18°Plato und 7,5% Alkohol Volumen veranschlagt. Dies sind allerdings die einzigen Voraussetzungen, abgesehen von den in Deutschland gesetzlichen Einschränkungen, die auf das Reinheitsgebot zurückgehen. Bockbier kann also alles sein: ein India Pale Ale könnte in Deutschland als "sehr hopfenbetontes, obergäriges, helles Bockbier" bezeichnet werden. Tatsächlich bot das Brauhaus Südstern in Berlin-Kreuzberg das XPA India Pale Ale von Schoppe Bräu ursprünglich als Maibock an, weil damals noch niemand etwas mit dem englischen Namen anfangen konnte.

Bockbier in der Küche

Essen und Bockbier verstehen sich fantastisch! Wo der klassische Einbecker sich tatsächlich gut mit der Bockwurst verträgt, verlangen die stärkeren und dunkleren Vertreter nach besonderen Maßnahmen. Sowohl untergärige (Andechser) als auch obergärige (Schneider Aventinus) Doppelböcke lohnen sich zu kräftigen Käsesorten, wobei erstere zu Hartkäse eine Offenbarung sind, während letztere cremige Camemberts gekonnt kontrastieren. Auch zu schokoladigen und karamelllastigen Desserts sind beide Bocktypen zu empfehlen.
Einfache Böcke können, je nach Malzintensität, zu gekochtem und gegrilltem Schweinefleisch schmecken, verstehen sich aber auch mit leicht scharfen Gerichten, von pikantem Gulasch bis hin zur Südstaatenküche der USA. Zum Abschluss für alle, die gerne kochen, wollen wir betonen, dass Bockbier sich aufgrund der milden Hopfennote und runden Malzintensität zum Kochen hervorragend eignet.

Probierempfehlungen

Einbecker Ur-Bock: Er muss einfach dabei sein. Gleichwohl das Einbecker Brauhaus zum Anlass der 500-Jahrfeier der Reformation eine naturtrübe Variante mit dem Namen 1378 Ainpökisch Bier auf den Markt gebracht hat, bleibt der Einbecker Urbock ein Klassiker. Mit rundem Malzcharakter und moderater Süße, bringt die deutliche Hopfennote sowohl Würze als auch einen Schwung Trockenheit in den Abgang.

Andechser Doppelbock: Das Kloster Andechs, südwestlich von München am Ammersee gelegen, ist ein beliebtes Ausflugsziel. Für das ausgezeichnete Bier lohnt sich der Weg auf den Klosterberg auch. Der dunkle Doppelbock hat einen dunklen Kupferton und wartet mit einer Fülle von Aromen zwischen Dörrobst und Karamell auf. Ein wenig Zarbitterschokolade, ein wenig Röstigkeit, fertig ist ein wärmendes Starkbier der Extraklasse!

Maisel & Friends Marc's Chocolate Bock: Diese Sonderedition aus dem Hause Maisel wird nicht mit Schokolade gebraut. Vielmehr kommt ein Spezialmalz zum Einsatz, welches durch seine Röstung Kakaoaromen ins Bier bringt und passenderweise "Chocolate Malt" heißt. Die natürliche Süße eines Starkbiers tut das Übrige, und so zaubert man einen schokoladigen Eindruck ins Glas. Doch auch sonst trifft der Chocolate Bock alle Erwartungen von Starkbierfreunden: röstig, wärmend, mit einem Hauch von Waldbeeren. 

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